Vereinsausflug Leipzig


Vereinsflug in den Osten Deutschlands

– Büsumer Flieger wieder unterwegs

 

Schon seit einer Reihe von Jahren führt der Flugsportclub Heide-Büsum jährlich zwei Vereinsflüge in die unterschiedlichsten Gegenden Deutschlands durch. Gerade mit einem Motorflugzeug sind die Ziele relativ schnell zu erreichen, und so entschied man sich für einen Flug in den bisher weniger besuchten Osten Deutschlands. Eine Gruppe von fünf aktiven und drei passiven Vereinsmitgliedern startete am vergangenen Wochenende zu einem dreitägigen Kurztrip in die bekannte Messestadt Leipzig, um deren Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen.

Bei überwiegend günstigen Wetterbedingungen ging es am Freitagmorgen vom Flugplatz Oesterdeichstrich  zunächst in Richtung Hildesheim. Die Piloten, die sich während der gesamten Tour abwechselten, waren wegen der zeitweise niedrigen Wolkendecke gezwungen, in 1200 bis 1600 m Höhe über den Wolken zu fliegen und konnten wunderbare Wolkenbildungen erleben. Auch die gelben, abgeernteten Getreidefelder in der norddeutschen Tiefebene sowie die Stadt Hannover aus der Vogelperspektive boten einen herrlichen Anblick. Nach 90-minütigem Flug und Landung in Hildesheim war eine Kaffeepause mit kleinem Imbiss willkommen.

Vereinsausflug Leipzig

Böhlen vor einer originell bemalten Halle vor dem Rückflug

Die zweite und letzte Strecke führte dann nördlich am Harz vorbei – die höchste Spitze, der Brocken, war deutlich erkennbar – über die Hildesheimer Börde, die wegen ihrer bis zu 2 m dicken Lößbodenschicht als fruchtbarste Landschaft Deutschlands bekannt ist. Hier fielen außerdem auch die weißen Kalihalden auf, die die Gegend prägen. Zielpunkt war in unmittelbarer Nähe zu Leipzig ein kleinerer Flugplatz mit Graspiste, Leipzig-Böhlen, wo im Hotel Quartier bezogen wurde. Schon im Anflug waren die riesigen Dimensionen der renaturierten Landschaft zu erkennen. Als „Neuseeland“ bezeichnen die dortigen Einheimischen daher zum Scherz auch die ehemaligen Braunkohlegruben, die mit Wasser gefüllt als großräumige Erholungslandschaften für Einheimische und Touristen einen neuen Zweck erfüllen. Ein Bummel durch die lebhafte Innenstadt von Leipzig und Abendessen im bekannten Auerbachkeller, wo Wolfgang von Goethe häufig einkehrte und zu seinem „Faust“ inspiriert wurde, rundete den Tag ab.

Der nächste Morgen begann mit einer umfassenden Stadtbesichtigung der Stadt Leipzig  und näheren Umgebung per Bus. Die Büsumer Flieger lernten die bekannten Sehenswürdigkeiten  wie zum Beispiel das Völkerschlachtdenkmal, das alte Rathaus aus dem 16. Jahrhundert sowie die während der DDR-Zeit als Messehalle genutzte Mädlerpassage  kennen. Auf dem Programm stand weiterhin die Besichtigung des berühmten Panometers. einer ehemaligen Gasanstalt, mit einem einmaligen 360-Grad-Panorama der Überreste des im Jahr 1912 untergegangenen Luxusdampfers Titanik. Beeindruckend das riesige Farbfoto von dem Schiffswrack in 3800 m Tiefe, das den gewaltigen runden Raum erfüllt und ein Lichtscenario wie bei einer Tiefsee-Expedition bietet.  Sehr informativ war auch ein begleitender Vortrag mit vielen großformatigen Schwarz-weiß-Fotos über die Zeit  der Industrialisierung und des Stahlbaus, in der auch die Titanik entstand. Den Abschluss des Tages bildete schließlich ein lukullisches Abendessen in dem 120 Meter hohen Panorama-Tower, dem höchsten Restaurant Mitteldeutschlands, mit einmaligem Blick über die Stadt Leipzig und ihre vielen Sehenswürdigkeiten.

Am nächsten Tag ging es wieder Richtung Heimat. Vor dem Abflug vom Flugplatz „Böhlen“ wurden noch ein Oldtimerflugzeug, ein offener Doppeldecker vom Typ „Bücker-Jungmann“, sowie ein Ultraleichtflugzeug (UL) , ein Skywalker, aus den Anfangszeiten der UL-Konstruktion bei den Startvorbereitungen und beim Überflug bestaunt. Die Rücktour ging zur Abwechslung  nicht am Harz vorbei, sondern führte auf nördlicher Route mit Kaffeepause in Stendal und dann weiten Strecken an der Elbe entlang über den Hamburger Hafen, vorbei am Airbus-Werk in Finkenwerder und an den Atomkraftwerken Krümmel und Brockdorf zum Heimatflugplatz Oesterdeichstrich.

Nach ausgiebigem Fliegerputzen schloss der Ausflug mit einem zünftigen Abendessen und dem traditionellen „happy-landing-beer“ im Flugplatzbistro ab. Bei der Manöverkritik konnte positiv festgehalten werden, dass auch bei diesem Vereinsflug alle Teilnehmer – und Maschinen –  ohne Zwischenfälle und Schäden wohlbehalten zurückkehren konnten: wieder einmal bereichert mit vielen nachhaltigen Eindrücken und der Festigung der Fliegergemeinschaft. 

Wer Interesse an der Fliegerei hat und die Möglichkeit nutzen möchte, auch als passives Mitglied derartige Aktivitäten  und Schnupperflüge über Dithmarschen und Nordfriesland mit den angrenzenden Watten aus der Vogelperspektive  zu erleben, kann sich mit dem Flugsportclub Heide Büsum in Verbindung setzen. Der Verein bietet mittlerweile auch die Ausbildung für die Pilotenlizenz für Motorflugzeuge an.

Kontaktperson ist der 1. Vorsitzende, Michael Pietsch, Telefon 04834-732001 oder Handy 0151-17859067

 

Text und Foto: Ingo von Oven

 

Foto: Die Büsumer Flieger auf dem Flugplatz in Leipzig – Böhlen vor einer originell bemalten Halle vor dem Rückflug